Forschung und Schutz von Meeressäugern

Atlantischer Weißseitendelphin


Die Atlantischen Weißseitendelphine (Lagenrhynchus acutus), in Norwegen auch bekannt als “kvitkjeving”, sind regelmäßige Besucher des Vestfjords und daran anknüpfender Regionen wie den Lofoten, Vesterålen und der Festlandküste.  


Atlantic White-sided Dolphin Sounds

Um eine Lizenz zur Verwendung der Lautaufnahmen oder Bildern auf dieser Website anzufordern, besucht unsere Ocean Sounds Bibliothek


Atlantischer Weißseitendelphin (Lagenorhynchus acutus, Norwegisch: Kvitkjeving)

Gruppenformation: Soziale Gruppen/Spaltungs- und Fusionsgruppen von 30 bis zu 500 Tieren 

Größe: Männchen 2,8 m, Weibchen 2,4 m Neugeborenes 1,2 m

Gewicht: 180-230 kg

Alter: Männchen 22 Jahre, Weibchen 27 Jahre

Geschlechtsreife: Männchen 7-11 Jahre, Weibchen 6-12 Jahre

Trächtigkeit: 11 Monate

Nahrung: Atlantischer Hering (Clupea harengus), Makrele (Scomber scombrus), Dorsch (Gadus morhua), Stinte (Osmeridae spp.), Sandaale (Ammodytidae spp.), Silberhecht (Merluccius bilinearis), Seehecht (Urophycis chuss), Kopffüßer, überwiegend Nordamerikanischer Tintenfisch (Loligo pealeii) sowie mehrere Arten der Kalmare (Teuthida spp)

Verbreitung: Endemisch im Nordatlantik von kalt gemäßigten bis hin zu subpolaren Gewässerzonen, vom 35. Grad nördlicher Breite (35° N) nach Westen, bis zur Küste der Bretagne im Osten, Richtung Norden bis Südgrönland, Island und dem südlichen Svalbard. Ganzjährige Sichtungen in den tieferen Arealen der Nordsee.
Während der wärmeren Jahreszeit zieht es sie in die nördlichen Breitengrade und näher an die Küste als in den Wintermonaten. Diese verbringen sie fernab jeder Küste im offenen Meer.

Anzutreffen sind die ausschließlich im Meer lebenden Tiere in Schelfnähe, unweit von Hängen und Bergen sowie vermehrt in tieferen Gebieten mit ausgeprägtem Meeresrelief. Teilweise auch an der Küste, Fjorde und Meeresarme miteingeschlossen.

Die Grenzen ihrer nördlichen Verbreitungsgebiete sind noch weitgehend unbekannt

Norwegen: Entlang der norwegischen Küste, hauptsächlich im nördlichen Teil, regelmäßige Besucher im Vestfjord, hier insbesondere von Juni bis September aufgrund des Makrelenvorkommens anzutreffen, keine Überschneidung mit dem Atlantischen Weißschnauzendelphin, häufige Sichtungen in Gesellschaft von Grindwalen

Populationsgröße: > 100.000

Schutzstatus: Least Concern ver 3.1, Populationsentwicklung: unbekannt

Bedrohungen: Walfang (Faröer, Ostkanada, Grönland), Umwelt- bzw. Meeresverschmutzung (durch Plastikmüll), menschenverursachter Lärm (seismische Untersuchungen, Militärsonar), Verfangen in Fischernetzen, Überfischung

Diese Videoaufzeichnung von 2014 zeigt erstmalig Aufnahmen des Atlantischen Weißseitendelphins bei der Makrelenjagd in Norwegen!

 

Seit 2006 erforschen wir ihre Migrationszüge, ihre Verbreitung sowie ihr Fress- und Sozialverhalten. Dazu dient nicht nur das Fotografieren und Archivieren der Aufnahmen für die Photo-Identifikationskataloge als Forschungsgrundlage, sondern auch das Aufnehmen ihrer Laute, um anhand weiterer Kommunikationsstudien Rückschlüsse auf ihr Lautrepertoire tätigen zu können.

Die Spezies der Nordnorwegischen Atlantischen Weißseitendelphine ist noch weitgehend unerforscht, sodass wir als eine der Ersten Einblicke in ihre Biologie erhalten können.

Im Rahmen einer Basisstudie wurden bereits Karten ihrer Verbreitungsgebiete sowie ein Photo-ID-Katalog wiederholt gesichteter Individuen erstellt, um herauszufinden, ob diese Gegend eine lokale Population beheimatet.

Zudem ist die Katalogisierung des gesamten Lautrepertoires dieser Delfine geplant, in welchem die verschiedenen Laute beschrieben werden, bevor eine noch detailliertere Analyse der von ihnen produzierten Pfiffe und Rufe erfolgt.

Um die gesamte Population erfassen zu können, sind wir mangels Sichtungen jedoch auch auf die Hilfe anderer angewiesen, welche uns mit Berichten zu und Fotos von erfolgreichen Sichtungen unterstützten können.

Der Atlantische Weißseitendelphin ist durch den gelben Streifen, welcher seine Seiten schmückt, sehr leicht identifizierbar.
Informationen über Sichtungen des Atlantischen Weißschnauzendelphins (“kvitnos”) sind jedoch gleichermaßen willkommen, da es bislang den Anschein hatte, als würden die Verbreitungsgebiete beider Spezies nicht überlappen.

Bitte informieren Sie uns also von Ihren Sichtungen und teilen Sie gern Ihre Bilder und Videos mit uns!

Beteiligte Personen/Mitwirkende:

 



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